»Eine besondere Geschichte rankt sich um die Wassermühle Chörau im Osternienburger Land. Hierher soll sich 1547 der anhaltische Fürst Wolfgang von Anhalt-Köthen und Bernburg auf der Flucht vor den Kaiserlichen nach der Niederlage bei Mühlberg im Schmalkaldischen Krieg gerettet haben. Der Müller Hildebrandt tarnte ihn als Gesellen und täuschte damit die Häscher – so die Volkslegende. Alle Söhne, die später in der Mühle geboren wurden, sollen den Namen Wolfgang erhalten haben.

Noch vor wenigen Jahren bot der Vierseitenhof mit der Mühle ein Bild des Jammers. Das historische Mühlengebäude drohte auseinander zu fallen, das Dach brach bereits ein. In nur wenigen Jahren gelang es jedoch Rainer Westphal, der das Grundstuck gekauft hatte, mit vielen Helfern die Gebäude zu sanieren und den Verfall zu stoppen. Inzwischen wurde auch die Mühlentechnik neu aufbereitet; sie kann wie zuletzt mit einem alten Motor zu Demonstrationszwecken angetrieben werden. Geplant ist auch die Inbetriebnahme eines neuen Wasserrads, wie es schon früher, vor der Nutzung einer Ossberger-Turbine, verwendet wurde.» (Henry Bergmann, Landesheimatbund Sachsen-Anhalt)

Fotos: Stefan Klink, NIK