Das Carlswerk ist ein technisches Denkmal mit funktionstüchtigen Maschinen und einer Ausstellung zur industriegeschichtlichen Entwicklung des Selketals. 1646 wurde die »Eisenhütte unter dem Mägdesprung« gegründet. Tell der späteren Mägdesprunger Eisenhüttenwerk AG war ab 1829 die Maschinenfabrik, zu der ab 1842 auch das Carlswerk gehörte. Zur Palette der Erzeugnisse, die hier bis 1991 hergestellt wurden, zählten u. a. Wasserhaltungsanlagen für den Bergbau, Dampfmaschinen sowie Maschinen und Anlagen für Zuckerfabriken, Getreidemühlen und Sägewerke bis hin zu Uhrengewichten, Öfen und zuletzt Gaskochern. In Hammerwerken unterhalb von Mägdesprung wurde das Eisenerz zerkleinert und in Blauöfen (Ableitung vom englischen Wort blow = blasen) eingeschmolzen. Auch die überall im Ort zu findenden Medaillen, Reliefplatten und Tierplastiken sind Sachzeugen der Kunstgussherstellung in der hiesigen Elsenhütte. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kunstgussherstellung vervollkommnet. Die Eisenhütte Mägdesprung wurde besonders durch den Modelleur Johann Heinrich Kureck weit über die Grenzen des Harzes bekannt. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sich eine eher sachliche, schlichtere Kunstauffassung durch, mit der die eigenständige Gestaltung des Kunstgusses in Mägdesprung ein Ende fand.
Fotos: Stefan Klink, NIK