Der Bahnhof Jerichow war der betriebliche Mittelpunkt der ehemaligen Genthiner Kleinbahn AG (GEK), eine von 22 Provinzialsächsischen Kleinbahnen in der damaligen Preußischen Provinz Sachsen (heute etwa die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen). Rechtliche Grundlage für diese Bahnen bildete das Preußische Kleinbahngesetz von 1892. Die Gründung der GEK erfolgte am 22. Juli 1898 mit Beteiligung des Preußischen Staates, der Provinz Sachsen und den zunächst Beteiligten (Kreise, Gemeinden, weitere private Interessenten).
Die GEK stellte im Gebilde der Provinzialsächsischen Kleinbahnen die größte Kleinbahngesellschaft mit einer Streckenlänge von mehr als 154 km dar. Sie vermittelte den regionalen Verkehr und beförderte Güter wie landwirtschaftliche Produkte, darunter Zuckerrüben und Kartoffeln, Produkte der Forstwirtschaft und der Industrie, etwa Tonwaren, Baustoffe und Kohlen.
Im April 1949 übernahm die damalige Deutsche Reichsbahn die ehemaligen Klein- und Privatbahnen, so auch de GEK, in ihre Struktur und Betriebsführung.
Bis 29. Mai 1999 verkehrten noch Züge, im Personenverkehr seit den 1970er Jahren vor allem Schienenbusse, auf den verbliebenen Strecken. Dann stellte die Deutsche Bahn AG auf den Abschnitten Genthin-Jerichow–Schönhausen, Güsen-Jerichow und Güsen-Ziesar den Verkehr ein.
Anfahrt:
Regionalbuslinie 790: Tangermünde-Stendal-Genthin
Regionalbuslinie 706: Burg-Parey-Güsen
Fahrrad: Elberadweg
PKW: B 107 und B 188
Zugang: barrierefrei (Rampe vorhanden)
Empfangsgebäude:
Ausstellung in mehreren Räumen des Kleinbahnhofes zum Thema Genthiner Kleinbahn 1899-1999, Modellbahndiorahmen Maßstab 1:87, HO, mit Motiven der Genthiner Kleinbahn im Jahr 1912, historisches Eisenbahnmaterial Oberbau, Fahrzeuge, Betrieb, Stellwerkstechnik
Außenanlagen:
historische, werden nach und nach erweitert; in kurzer Enfernung befindet sich zudem das ehem. Bahnbetriebswerk Jerichow (nur von Außen zu besichtigen)
Fotos: © Kleinbahnhof Jerichow GbR, Thomas Fischer/NIK